“Holz ist lebendig, und Handarbeit hat eine Magie, die sich auf das Produkt überträgt.”

Hier erfahren Sie, warum wir so arbeiten, wie wir arbeiten.

Ein Tag im Leben bei avoa

“Der Wecker läutet bei mir um 6 Uhr 15. Eine Viertelstunde später bin ich in der Werkstatt, drehe die Musik und die Kaffeemaschine an und kümmere mich um die unbeantworteten Emails vom Vortag.

Um 7 Uhr kommen meine beiden Angestellten, ein junger Mann und eine junge Frau. Ich bin der Chef unseres kleinen Teams, aber es gibt keine Arbeitsgänge, vor denen ich mich drücke. Ob in der Werkstatt oder auf dem Bau, ich lege immer auch selber Hand an. Das muss so sein, weil ich der bin, der mit den Kunden spricht und darum Dinge sieht, die meine Angestellten nicht sehen.

Hand anlegen meine ich wörtlich. Wir arbeiten immer noch ohne CNC-Maschine, also ohne Roboter. Die Maschinen in meiner Werkstatt sind zum Teil alt, zum Beispiel diese Abrichthobelmaschine, Gusseisen, unzerstörbar, die läuft auch in 100 Jahren noch. Wir arbeiten vielleicht nicht präziser als die computergesteuerten Hightechmaschinen. Aber Holz ist lebendig, und wenn es von Hand bearbeitet wird, dann hat das eine Magie, die sich auf das fertige Produkt überträgt.

Unsere Tische, Türen oder Fenster sind nicht besser oder schlechter als die der Konkurrenz. Aber bei uns können die Kunden staunen, wie ihr Stück entsteht. Und die Beratung und gemeinsame Planung ist mir sehr wichtig. Gute Arbeit kann ich nur liefern, wenn ich ganz genau spüre, was der Kunde will. Darum sage ich meinen Mitarbeitern: Wir haben die besten Kunden der Welt – wenn wir das Maximum an Wünschen aus ihnen herausholen.

Dass ich alle Sprachen der Schweiz beherrsche, hilft dabei. Schon mein Vater kam als Schreiner in die Schweiz. Meine Mutter und ich folgten ihm nach, als ich 12 Jahre alt war. Aufgewachsen bin ich in Breil in der Surselva. Rätoromanisch wurde nach Albanisch zu meiner zweiten Muttersprache. Italienisch habe ich dank dem Fernseher gelernt, Deutsch und Französisch in der Schule und in Biel, wo ich seit 20 Jahren lebe und arbeite. In die Bündner Berge fahre ich immer noch gern, um Ski zu fahren.

Meine erste Stelle war auch meine einzige. Ich hielt dem Betrieb 17 Jahre lang die Treue, bis ich mein eigener Chef wurde. Meinen Betrieb versuche ich so zu führen, wie das mein Chef tat: Die Zahlen müssen stimmen, aber das gemeinschaftliche Arbeitsklima auch.

Darauf lege ich auch bei meinen Partnerunternehmen wert. Fenster beziehe ich zum Beispiel von einem Familienunternehmen. Es sind nicht die billigsten Fenster auf dem Markt. Aber sie werden von zufriedenen Angestellten gemacht. Das gehört für mich auch zur Qualität.

Ein Schreinertag kann physisch anstrengend sein, etwa wenn wir eine Brandschutztüre einpassen oder eine Holztreppe montieren. Meine Angestellten haben um 17 Uhr Feierabend. Ich bin dann oft noch bis um 20 Uhr in der Werkstatt – wenn ich mir als Chef nicht ausnahmsweise erlaubt habe, schon um 15 Uhr Schluss zu machen, weil die Familie oft zu kurz kommt.

Zuhause schaue ich als erstes schnell bei meinen Kois vorbei. Ich füttere die Fische, dann hat meine Frau zum Glück oft schon etwas gekocht. Um 22 Uhr falle ich ins Bett und schlafe.

In den letzten sechs Jahren habe ich insgesamt eine Woche Ferien gemacht. Und wissen Sie was? Wenn ich wüsste, dass ich in sechs Monaten sterbe, würde ich genau so weiter machen.